Humanoide Roboter sind nicht mehr Zukunft, sondern Wirklichkeit
Kern der Veranstaltung war die Präsentation des humanoiden Roboters UBTECH Walker S2, des fortschrittlichsten humanoiden Roboters in Europa und des ersten mit selbsttätigem Batteriewechsel. Der Roboter ist für die Arbeit in realen Industrieumgebungen ausgelegt, dort, wo die Bedingungen für einen Menschen langfristig schädlich, gefährlich oder außerordentlich belastend sind.
HIPROJECT-Direktor Urban Pevnik betonte dazu: „Mit den bestehenden Lösungen haben wir in der Industrie etwa 90 % Automatisierung erreicht. Die Zukunft liegt jedoch in humanoiden Robotern, die den Menschen in den verbleibenden 10-15 % ergänzen können. Das sind Arbeiten im Staub, in der Kälte, unter Strahlung und überall dort, wo ein Mensch nicht sein sollte.“
Er fügt hinzu, dass das Ziel nicht der Ersatz von Menschen ist, sondern die Umgestaltung schwerer Arbeitsplätze: „Wir wollen eine Industrie schaffen, in der Technologie den Menschen entlastet und ihm ermöglicht, sicherer, schöpferischer und langfristig tragfähig zu arbeiten.“

Das Schulwesen muss sich rechtzeitig anpassen
Pevnik war auch beim Bildungssystem deutlich: „Manche Berufe, die wir heute lehren, wird es in fünf Jahren nicht mehr geben. Neue kommen erst. Ich möchte nicht, dass wir zu spät sind. Deshalb müssen wir das Gespräch jetzt beginnen, gemeinsam.“
Schulen allein schaffen den Wandel nicht
Der Vertreter des Ministeriums für Bildung, Borut Čampelj, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit der Schulen mit dem lokalen Umfeld hervor. „Das Schulwesen allein kann die Gesellschaft der Zukunft nicht schaffen. Es braucht Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Forschende. Diese Zusammenarbeit ist heute unabdingbar.“
Besonders wies er auf die Bedeutung des kritischen Denkens und der emotionalen Entwicklung junger Menschen hin: „Untersuchungen zeigen, dass Kinder bis zum siebten Lebensjahr nicht zwischen Menschlichem und Nichtmenschlichem unterscheiden. Deshalb ist die Entwicklung kritischen Denkens eine der zentralen Fähigkeiten der Zukunft.“
Technologie als Chance für die lokale Entwicklung
Nena Dokuzov hob die Bedeutung technologischer Kontinuität in der Region hervor. „Das Schulzentrum Slovenske Konjice war das erste, das den 3D-Druck einführte. Solche Projekte haben die technologische Kapazität des Gebiets geschaffen, die heute dazu führt, dass wir hier über humanoide Roboter sprechen“, erklärte sie.
Dazu betonte sie: „Technologie führen wir heute noch ein, doch genau hier liegt die Chance für die slowenische Entwicklung, nämlich in der Integration, im Wissen und in den Menschen.“
Humanoide Roboter im Dienst des Menschen
HIPROJECT-Verkaufsleiter Bojan Goluh erklärte, warum humanoide Roboter unser nächster logischer Schritt sind: „Humanoide Roboter haben eine menschliche Gestalt, weil die Welt für den Menschen gemacht ist, etwa Werkzeuge, Türgriffe, Arbeitsplätze. Wir bringen den Arbeitsplatz zum Roboter, nicht umgekehrt.“
Er stellte auch den Roboter MAX vor: „Er ist 177 cm groß und 70 kg schwer. MAX steht für Autonomous Mechanical Executor. Entscheidend ist jedoch nicht die Größe, sondern die sichere Integration und die Zusammenarbeit mit Menschen.“
Panel: humanoide Roboter, der Mensch und die Zukunft des Wissens
Die Podiumsdiskussion moderierte Nena Dokuzov.
Dr. Igor Kovač vom Jožef-Stefan-Institut erläuterte die grundlegende Logik der humanoiden Robotik:
„Humanoide Roboter haben eine menschliche Gestalt, weil die Welt für den Menschen gemacht ist: Werkzeuge, Türgriffe, Arbeitsplätze. Wir passen nicht die Umgebung dem Roboter an, sondern den Roboter der bestehenden Umgebung.“
Dazu hob er die außerordentliche Ausgangslage Sloweniens in der Robotik hervor:
„Nach der Zahl der Industrieroboter je 10.000 Beschäftigte sind wir Dritte in Europa und Siebte in der Welt. Wir haben das Wissen, das Bildungssystem und Spitzenforschung. Mit dem fortschrittlichsten humanoiden Roboter Europas haben wir eine ausgezeichnete Chance, humanoide Robotik auch bei uns zu Hause zu entwickeln.“
Urban Pevnik, Direktor von HIPROJECT, stellte die Diskussion in den weiteren Zusammenhang der Industrie 5.0 und der Rolle des Menschen in der künftigen Industrie. Er betonte, dass das Ziel der Einführung humanoider Roboter nicht der Ersatz von Menschen ist, sondern die Umgestaltung von Arbeitsplätzen:
„Einen schlechten Beschäftigten gibt es nicht. Es gibt jedoch ein schlechtes System oder eine schlechte Führung, die für den Menschen nicht die richtige Rolle zu finden weiß. Unser Ziel ist, dass die Technologie die schwersten, gefährlichsten und wiederkehrenden Arbeiten übernimmt und dem Menschen sicherere, schöpferischere und langfristig tragfähige Arbeit ermöglicht.“
Er fügte hinzu, dass die Industrie den Mut haben muss, rechtzeitig über die Zukunft von Wissen und Berufen nachzudenken: junge Menschen brauchen Kontakt zu den Technologien der Zukunft, noch bevor sie in den Arbeitsmarkt eintreten.
Bojan Goluh, Verkaufsleiter bei HIPROJECT, betonte die praktische Seite der Einführung humanoider Roboter in die Industrie und grenzte die Rolle des Unternehmens klar ab:
„HIPROJECT ist kein klassischer Distributor, sondern ein Integrator. Bei jedem Kunden stellen wir zuerst fest, was er tatsächlich braucht. Dann beraten wir, wählen einen geeigneten Roboter — wir arbeiten mit mehreren Herstellern —, führen die Software- und Systemintegration und die Prüfung durch und sorgen für Service und langfristige Wartung. Ein Roboter allein ist keine Lösung.“
Derzeit arbeiten humanoide Roboter vor allem bei einfacheren Aufgaben mit, etwa Sortieren, Beladen, Umsetzen und logistischen Tätigkeiten; mit der Zeit werden sie immer komplexere Aufgaben übernehmen. Besonders hob er die Bedeutung der Sicherheit und des Vertrauens der Beschäftigten hervor, denn ohne dieses kann Technologie in der Praxis nicht Fuß fassen.
Ein wichtiger Teil der Diskussion war auch die Vision der künftigen Infrastruktur. Im umgebauten früheren Konus-Gebäude plant HIPROJECT ein Zentrum für Robotisierung, das ein Forschungszentrum für die Integration humanoider Robotik, einen Ausstellungs- und Demonstrationsraum und einen Bildungsteil für junge Menschen, Fachleute und die Industrie vereinen wird.
Die menschliche und gesellschaftliche Seite der Technologie brachte Tjaša Šašić Marciuš vom Unternehmen Pro Bit in die Diskussion ein:
„Roboter können den Menschen nicht ersetzen. Sie werden niemals soziale Stütze sein, sie werden keine Empathie und keinen menschlichen Kontakt haben. Alles andere können sie jedoch übernehmen — die Routine, wiederkehrende Tätigkeiten und Belastungen — und so das Fachpersonal entlasten, das mehr Zeit und weniger Stress hat und seine Arbeit besser macht.“
Das Panel schloss die Moderatorin Nena Dokuzov mit einer klaren Zukunftsvision:
„Ich hoffe, dass wir die Ersten in Europa sein werden, die einen humanoiden Roboter selbst entwickeln. Wissen und Fähigkeiten haben wir. Und ich hoffe, dass auch unsere Schulen die Ersten in Europa sein werden, die so viele Talente entwickeln, dass junge Menschen sofort in die Praxis eingebunden werden können.“
Die Podiumsdiskussion hat gezeigt, dass humanoide Roboter nicht bloß eine technologische Herausforderung sind, sondern eine strategische Chance für Slowenien, sofern wir sie in Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft und Schulwesen und mit klarem Blick auf den Menschen entwickeln.
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass humanoide Roboter, künstliche Intelligenz und Industrie 5.0 keine Frage des „ob“ mehr sind, sondern des „wie“. Wie wir sie in die Gesellschaft einbinden, wie wir sie verstehen lehren und wie wir junge Menschen mit dem Wissen ausstatten, das sie in einer Welt brauchen, in der Technologie den Menschen nicht ersetzt. Sie ermöglicht ihm stattdessen, wieder Mensch zu sein.
Und dieses Gespräch hat in Slovenske Konjice erst begonnen.
